München jenseits der Wiesn – Cocktails, Kunst und gute Laune

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Ein Gastbeitrag von Frank Kunisch, Freizeitblog24

Das Riesenrad auf dem Oktoberfest hat seine letzte Runde gedreht und die Schankkellner der großen Münchner Biergärten können nach einem turbulenten Sommer wieder aufatmen. München kommt zur Ruhe. Doch der Schein trügt – München hat neben dem Oktoberfest und den berühmten Biergärten auch noch viele andere Highlights zu bieten.

Hier zehn Tipps, die zeigen, was man sonst noch alles in der Isarstadt erleben kann. Bekannte Sehenswürdigkeit oder Insider-Tipp? Die Mischung macht‘s.

  1. Ohne Kunst geht es nicht

Die Landeshauptstadt München ist unter Kunstkennern weltweit bekannt für seine Kunst- Sammlungen, die in einer Vielzahl von Museen und Galerien präsentiert werden. So gehören die Alte und die Neue Pinakothek sowie die Pinakothek der Moderne und das Lenbachhaus zu den weltweit renommiertesten Museen. Zusammen mit der Glyptothek, der Staatlichen Antikensammlungen, dem Museum Brandhorst und dem Museum für Ägyptische Kunst bilden diese Museen das Kunstareal München.

Glyptothek, Quelle: Frank Kunisch

 

Museum fuer Aegyptische Kunst, Quelle: Frank Kunisch

Die beeindruckenden Bauten auf dem Königsplatz hat fast jeder Besucher schon einmal gesehen, die beeindruckenden Skelette nur ein paar Meter entfernt allerdings wohl noch nicht. Im Paläontologischen Museum in der Richard-Wagner-Straße 10 sind u.a. ein gigantisches Mammut, ein Säbelzahntiger und das Skelett eines Riesenhirsches ausgestellt. Der Eintritt ist frei.

München Königsplatz, Quelle: Frank Kunisch

 

Palaeontologisches Museum, Quelle: Frank Kunisch

Kleiner Insider-Tipp: Am „blauen Mittwoch“ sponsert die Allianz den Eintritt für den Ausstellungsbesuch in der Pinakothek der Moderne. Das bedeutet freien Eintritt für alle. Wer unter der Woche keine Zeit hat, kann die Pinakothek auch am Sonntag aufsuchen, denn an diesem Tag gilt, wie in fast allen staatlichen Museen der Bayernmetropole, der Sonntagstarif von nur einem Euro.

  1. Technik, die begeistert

Und wer es lieber technisch mag, für den ist das Deutsche Museum mit weltweit einmaligen technischen Exponaten genau das Richtige. Das Museum gehört mit über einer Million Besucher im Jahr zu den meistbesuchten Museen Europas und ist das größte technisch-naturwissenschaftliche Museum der Welt. Für Auto-Fans empfiehlt sich ein Besuch der BMW-Welt. Die BMW-Welt ist eine kombinierte Ausstellungs-, Erlebnis- und Eventstätte im Olympiapark. Hier präsentiert sich der Münchner Automobilhersteller in verschiedenen Erlebnisbereichen und zeigt die vielfältigen Seiten des Themas Mobilität und macht sie direkt erlebbar. Der Eintritt ist kostenlos.

  1. In München kommt man am Fußball einfach nicht vorbei

Als Zuschauer kann man am Trainingsgelände des FC Bayern an der Säbener Straße seine Lieblingsstars hautnah erleben und vielleicht sogar das eine oder andere Autogramm „erbeuten“. Fans sollten vor einem Besuch aber unbedingt noch einmal checken, ob das Training wie geplant stattfindet!  Für Anreise mit Bus oder dem Auto stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Hier geht es zum Trainingsplan.

Noch nicht genug vom Fußball? Auf der wirklich sehr interessanten Arena Tour kann man vor und hinter die Kulissen der Allianz Arena blicken, die Atmosphäre des Stadions aus der Sicht eines Profifußballers erleben, die Spielerbereiche besuchen und spannende Details zur einzigartigen Baukonstruktion erfahren.

Allianz Arena, Quelle: Frank Kunisch

Grundsätzlich hat die Allianz Arena täglich, außer an Spieltagen und Veranstaltungstagen von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Die Arena Tour dauert ca. 60 Minuten und kostet nur 10 Euro.

Hier kann man Karten dazu bekommen.

  1. Der Viktualienmarkt

Der Viktualienmarkt hat sich seit seiner Entstehung im Jahre 1807 vom ursprünglichen Bauernmarkt zum beliebten Einkaufsplatz für Feinschmecker entwickelt. Die Vielfalt und Exklusivität seines Angebotes geben dem Viktualienmarkt seine ganz besondere Atmosphäre. Über 100 Händler verkaufen hier Obst, Gemüse, Südfrüchte, Fleisch, Wild, Geflügel, Käse, Fisch, Backwaren, Gewürze und vieles vieles mehr. Es gibt eigentlich nichts, was man in puncto Lebensmittel auf dem Markt nicht bekommt.

Der „Weis(s)e Stadtvogel“ bietet eine spezielle Viktualienmarkt-Probiertour an. Auf der rund 2-stündigen Tour erfährt man historische und aktuelle Hintergrundinformationen und kann an verschiedenen Marktständen typische Schmankerl probieren. Die Tour ist mit 29 Euro pro Person zwar nicht ganz günstig, dafür braucht man aber danach garantiert nichts mehr zum Essen. Die Tour sollte man auf jeden Fall vorher auf der Website des Anbieters reservieren.

  1. München, die weltweit größte „Surfermetropole“ ohne Meer

Natürlich ist der Englische Garten an sich schon eine weitere Sehenswürdigkeit in München und gehört mit seinen 3,75 km² zu den größten Parkanlagen der Welt. Als „Englischer Garten“ im engeren Sinne wird vor allem der Südteil des Parks bezeichnet. In diesem Teil liegen mit dem Teehaus, dem Monopteros und dem Chinesischer Turm auch die bekanntesten Gebäude des Parks. Hier findet man auch die berühmten Eisbach-Surfer und erfährt, warum München die weltweit größte „Surfermetropole“ ohne Meer ist.

Titel: München, englischer Garten, Der Monopteros im letzten Licht der Mittsommernacht — Munich, English Garden, The monopteros in the last light of the midsummer night
Quelle: Polybert49 auf flickr.com

  1. Warum München die nördlichste Stadt Italiens ist

Kaum strahlt die Sonne am weißblauen Himmel, schon sitzen die Münchner auf den Café-Terrassen und genießen das „ Dolce Vita“. Am südlichen Ende grenzt der Englische Garten an den Odeonsplatz. Hier ist München so italienisch wie kaum an einem anderen Ort der Stadt. Die Theatinerkirche im italienischen Spätbarock, die Feldherrnhalle nach Florentiner Modell und Münchens Kaffeehaus, das Tambosi. Seit 1775 trifft man sich hier zum Sehen und Gesehen werden. Bei schönem Wetter sollte man hier unbedingt auf der Terrasse einen Kaffee oder ein Glas Wein trinken – mondäner geht es in München kaum.

  1. Das Winter-Tollwood

Kurz vor dem ersten Adventssonntag beginnt das Winter-Tollwood auf der Theresienwiese mit einem eigenen Weihnachtsmarkt und rund 50 Gastronomie- und über 200 Kunsthandwerk- und Marktständen. Im Festivalclub schlägt das Herz des Winter-Festivals. In einzigartiger Atmosphäre gibt es viel Musik und Gemütlichkeit. Bis zu drei unterschiedliche Bands pro Tag aus München, der Umgebung und der ganzen Welt präsentieren eine musikalische Bandbreite, die jeden glücklich macht – und das völlig kostenlos. Hier geht es zum Programm.

Tollwood, Quelle: Frank Kunisch

In München gibt es natürlich eine Vielzahl weiterer Weihnachtsmärkte, von denen jeder auf seine Weise besonders ist. Das Weihnachtsdorf in der Residenz z.B. wurde aufgrund seines einzigartigen Flairs in einer Umfrage zum stimmungsvollsten Markt in ganz München gewählt. Wie durch eine Zeitreise zurückversetzt fühlt sich, wer in der „staaden Zeit“ über den Wittelsbacher Platz spaziert. Auf dem Mittelaltermarkt zeigen Handwerker, Händler und Gaukler, wie es vor Jahrhunderten auf der Münchner „Nikolausdult“ zugegangen sein könnte.

Mittelaltermarkt, Quelle: Frank Kunisch

  1. Fürstengruft in der Michaelskirche

Wer es etwas morbider mag, der findet in der Münchner Fußgängerzone den Ort, an dem der „Kini“ begraben liegt. Um den Sarkophag von König Ludwig II. zu sehen, muss man die Jesuitenkirche St. Michael betreten, die Stufen zur Fürstengruft der Wittelsbacher hinabsteigen und ein paar Euro Eintritt zahlen. In einem Mahagonisarg, auf dem eine Krone thront, liegt Ludwig II. – sofern er nicht, wie gerne von „Verschwörungstheoretikern“ behauptet, gar nicht mehr dort ist.

  1. Bayerische Gemütlichkeit

Die Gastronomie in München bietet zahlreiche Spezialitäten der bayerischen Küche. Die Weißwurst wurde 1857 in München erfunden und ist die wohl berühmteste kulinarische Spezialität der Stadt. Wer seinen Tag typisch traditionell beginnen will, der kann im Gasthaus Isarthor seinen Tag mit einem Weißwurstfrühstück beginnen. Das gibt es hier täglich bis 12 Uhr inklusive Bier für nur 6 Euro.

Und wer von bayerischen Schmankerln noch nicht genug hat, dem sei die Augustiner Bräustuben in der Landsberger Straße empfohlen. In der „Schwemme“ gibt es nicht nur das beste Bier der Landeshauptstadt, sondern auch gutes traditionelles Essen. Und Tradition steht hier hoch im Kurs. Das spürt man ganz deutlich, denn nur ein paar Schritte weiter wird das köstliche, bernsteinfarbene, bayerische „Manna“ hergestellt. In der Brauerei kann man übrigens auch die echten Augustiner Souvenirs erstehen.

  1. Cocktails und gute Laune

Manchmal hat man allerdings einfach keine Lust auf Bier, nicht mal in München. Und was dann? Gut, dass es in München ein paar wirklich gute Cocktail-Bars gibt. Die Welt der Bars hat sich in den letzten Jahren vielen anderen Einflüssen geöffnet, viele Trends aufgenommen und für sich adaptiert. Die Münchner Bars mischen dabei natürlich ganz vorne mit. Gehen wir doch mal auf eine kleine Cocktail-Tour durch München und schauen uns als Höhepunkt unseres München-Besuchs zwei Bars an, in denen man wirklich gute Drinks bekommt.

Barzirkel-Mitglied Bill Fehn betreibt sein „Jaded Monkey“ in der Herzog-Wilhelm-Straße. Hier verbinden sich moderne Cocktailkultur und Old School Barkeeping. Die Einrichtung findet sich daher irgendwo zwischen elegant und „industrial“. Der Tresen steht dabei absolut im Mittelpunkt, denn hier passiert das Wesentliche. Bill und seine Crew sind absolute Profis, die genau wissen, was sie aus den Zutaten zaubern können. Das „Jaded Monkey“ ist Anlaufstelle um einen gediegenen Drink zu genießen – und das weiß auch das entspannte und angenehme Publikum. Hier bekommt man z.B. auch einen „Munich Blend“ mit dem „Duke“, einem erstklassigen Münchner Gin.

Ein Blick auf die Getränkekarte der Bar Gabanyi“ am Beethovenplatz verrät, auch hier geht es um den Genuss von guten Drinks und nicht um sinnloses Betrinken. Stefan Gabányi, der viele Jahre Barkeeper im berühmten Schumann’s war, und sein Team, zelebrieren hier Barkultur der Extraklasse. Die Einrichtung ist mit dunkel gehaltenen Wänden und den eleganten Ledersesseln unaufdringlich und zeitlos klassisch. Im hinteren Bereich gibt es eine Bühne, auf der regelmäßig donnerstags und am Wochenende kleine Konzerte stattfinden. Ein absoluter Geheimtipp.

Auf der Karte findet man viele Klassiker und Eigenkreationen. Aber natürlich wird einem auch jenseits der Karte weitergeholfen – einfach die Profis hinter der Bar ansprechen und sich beraten lassen.

Titelbild: Quelle Frank Kunisch

Informationen zum Autor

Frank Kunisch betreibt den Freizeitblog24, mit Informationen zu Freizeitaktivitäten in München und der ganzen Welt

Christoph Wunderlich

Christoph Wunderlich

Christoph Wunderlich hat Romanistik in Leipzig studiert. Er arbeitet seit 3 Jahren als Online-Redakteur in München.
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