Fall der Berliner Mauer – auf Zeitreise durch die Hauptstadt

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„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Diesen historischen Satz brachte der bereits verstorbene EX-SED-Funktionär Günter Schabowski am 9. November 1989 hervor und leitete damit politisch den Fall der Berliner Mauer ein.

Die Menschen hatten ihren Kampf um die Freiheit gewonnen. 26 Jahre seit Grenzöffnung scheint uns ein guter Zeitpunkt Euch auf eine kleine Reise nach Berlin mitzunehmen. Geht mit uns auf Spurensuche, taucht in die Geschichte der ehemaligen DDR ein und begleitet uns zu besonderen Plätzen der Deutschen Hauptstadt.

Die deutsch-deutsche Grenze

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“. Diese Lüge warf Staats- und Parteichef Walter Ulbricht bei einer Pressekonferenz hin. Keine zwei Monate später wurde am 13. August 1961 die Berliner Mauer gebaut und die deutsch-deutsche Teilung besiegelt. Der Kalte Krieg war in vollem Gange.

An die 1.000 Menschen starben in den folgenden 28 Jahren bei dem Versuch, über die Grenze in den Westen zu fliehen. Mittlerweile weiß man, dass es offiziell einen Schießbefehl gegeben hat. Andere wiederum wurden von der DDR-Diktatur in Gefängnisse oder Zuchthäuser gesperrt. Am Ausbau des Überwachungsstaats war maßgeblich Erich Mielke, seit 1957 Leiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MSF) verantwortlich. „Ich liebe – Ich liebe doch alle – alle Menschen – Na ich liebe doch – Ich setze mich doch dafür ein“ – dieser gestammelte Ausspruch vom 13. November 1989 vor der DDR Volkskammer machte den Stasi-Chef bei seinem ersten öffentlichen Auftritt bekannt.

Der Mann, der für viel begangenes Unrecht stand, wurde anfang der 1990er Jahre wegen zwei Polizistenmorden am Anfang seiner „Karriere“ verurteilt.

Vom zivilen Widerstand zum Mauerfall

Ende der 1980er Jahre formierten sich die Bürger der DDR und protestierten friedlich. Den Anfang machte Leipzig bis die Demonstrationen über das ganze Land schwappten. Wirtschaftlich war der DDR Staat am Ende. Politisch begann sich der Ostblock allmählich  zu öffnen und dessen „Stabilität“ bröckelte. All dies zwang die SED-Regierung letztendlich einzulenken und die Mauer am 9. November 1989 zu öffnen. Es folgten politische Verhandlungen mit der BRD, die die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 möglich machten.

Geschichtsträchtige Plätze in Berlin

Vieles hat sich seither getan. Die Hauptstadt Berlin ist Regierungssitz und eine von Touristen gern besuchte Metropole. Berlin galt lange Zeit auch als Riesenbaustelle. Architektonisch mag sich einiges verändert haben. Allerdings entfalten die Stätten noch nach dem Mauerfall ihre Wirkung.

Gedenkstätte Berliner Mauer

Ein solcher Ort der Erinnerung ist die Gedenkstätte Berliner Mauer im Zentrum von Berlin. In der Bernauer Straße verlief der 1,4 km lange „antifaschistische Schutzwall“. Auf dem Areal des ehemaligen Grenzstreifens ist noch ein Stück Mauer erhalten geblieben, das einen recht guten Eindruck vom Aufbau der Anlage in den 80er Jahren vermittelt. An jedem Wochenende könnt Ihr dort von 8:00 bis 22:00 Uhr thematische Ausstellungen besuchen.

 

Titel: Berlin wall memorial, Bernauer Strasse
Quelle: Tim Gage auf flickr.com

East Side Gallery

Künstlerisch hat das am besten erhaltene Mauerstück in Berlin-Friedrichshain seine ganz eigene Würdigung gefunden. Im Frühjahr 1990 schufen 118 internationale Künstler aus 21 Ländern mit der „East Side Gallery“ regelrecht ein Denkmal. Dabei entstanden auf dem ostwärts gewandten Teilstück der Mauer an der Mühlenstr. Rund 100 Gemälde in unterschiedlichen Ausdrucksformen.

 

Titel: Berlín. East Side Gallery. Street art
Quelle: Marta Nimeva Nimeviene auf flickr.com

Checkpoint Charlie

Die meist frequentierte Sehenswürdigkeit in Berlin ist der Checkpoint Charlie in der Friedrichstr. Heute zeugt wenig vom ehemaligen Kontrollpunkt. Einst standen sich hier sowjetische und amerikanische Panzer bedrohlich gegenüber. Mittlerweile veranschaulichen touristische Einrichtungen rundum die Bedeutung des früheren Kontrollpunkts.

 

Titel: Berlin Walls – February 2010 – No.7 – Checkpoint Charlie
Quelle: Gareth Williams

 

Stasi-Museum

Wer sich näher mit der Stasi-Vergangenheit der DDR auseinandersetzen möchte, sollte das Stasi-Museum (oder auch Haus 1) besuchen. Seit 1990 können sich Bürger hier über die Umtriebe des MFS in der ehemaligen Zentrale für Staatssicherheit informieren. Hier hatte Mielke seit 1961 bis zum Ende der DDR seinen Dienstsitz.

 

Titel: Erich Mielkes desk
Quelle: Lukas Koster auf flickr.com

Alexanderplatz

Der Sozialismus brachte auch eine eigene Bauweise hervor. Am zu DDR Zeiten rechteckig gestalteten Alexanderplatz wurde in den 1960er Jahren die Weltzeituhr installiert. Diese ist heute ein beliebter Treffpunkt für Berliner und Touristen. Auf dem dortigen Fernsehturm genießen Besucher den besten Ausblick über die Stadt.

 

Titel: berlin alexanderplatz
Quelle: Travel Stock Photos

 

Wohnen wie in der DDR

Ihr mögt Euch gefragt haben, wie es sich früher in der DDR wohnen ließ? Im Ostel Hostel ist das sogar noch nach dem Fall der Berliner Mauer möglich. Vielleicht interessiert Euch dann auch der folgende Artikel aus der Airparks Redaktion:Berlin erleben wie vor dem Mauerfall

Titelbild: Titel: Berlin 1989, Fall der Mauer, Chute du mur, Quelle: Raphael Thiémard auf flickr.com

Aleksandar Pakusevski

Aleksandar Pakusevski

Der gebürtige Rosenheimer Aleksandar ist Online-Redakteur in München. Seit nun mehr als 7 Jahren arbeitet er im Bereich Online Marketing bei Holiday Extras.
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