Tipps für den Langstreckenflug

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Ein Langstreckenflug über den großen Teich in der Business Class ist kein Problem. Füße hoch, Arme ausbreiten, am Sekt schlürfen und der Fluggast begibt sich auf die Reise in Richtung Tiefschlaf. In der Economy Class sieht die Sache schon ganz anders aus, nämlich wesentlich unbequemer. Im schlimmsten Fall sitzt der Fluggast zwischen zwei anderen Passagieren – auffallend redselig oder mit sprichwörtlich einnehmendem Wesen. Der Sitz des Vordermanns ist nur wenige Zentimeter von den Kniescheiben entfernt. Enge, es droht Thrombosegefahr, an Entspannung ist dann sicherlich nicht mehr zu denken. Wie überlebe ich also die nächsten Stunden? Wir helfen Ihnen mit unseren praktischen Langstreckenflug-Tipps.

Fliegen in der Schwangerschaft

Darf ich schwanger fliegen? Es gibt nur wenige Gründe, die gegen das Fliegen während der Schwangerschaft sprechen. Einige Ärzte raten vom Flug innerhalb der ersten drei Monate ab, da der niedrigere Sauerstoffgehalt in der Luft zu einer Fehlgeburt führen könne. Andere wiederum halten diese Annahme für übertrieben.

Wann sollten werdende Mütter definitiv nicht fliegen? Im Falle einer Risiko-Schwangerschaft, d.h. zum Beispiel in Verbindung mit Herz- und Kreislaufbeschwerden sollte nicht geflogen werden. Ebenfalls davon abzuraten ist bei Flugangst, Thrombosegefährdung oder kurz vor dem Entbindungstermin. Bei Unsicherheiten gilt es in jedem Fall vor dem Langstreckenflug das Gespräch mit dem Arzt zu suchen.

Thrombose auf dem Langstreckenflug vermeiden

Was passiert bei einem Flug im menschlichen Blut? Der Luftdruck ist ab einer bestimmten Höhe niedriger als wir es gewöhnt sind. Die Venen weiten sich, der Blutfluss verlangsamt und die Gefahr der Blutgerinnung steigt. Auch die Luftfeuchtigkeit ist im Flugzeug weitaus geringer als am Boden. Der Körper verliert Wasser, das Blut wird dickflüssiger und somit noch langsamer. Bei der Landung nimmt der Luftdruck zu, die Venen verengen und der Blutfluss nimmt wieder zu. Das Risiko, dass die Venen durch Verengung und der vorherigen Gerinnung verstopfen ist dabei besonders hoch.

Wie kann ich der Thrombose vorbeugen? Ganz einfach: durch viel Trinken und ausreichend Bewegung. Sich einmal pro Stunde kurz die Beine vertreten reicht völlig aus um die Durchblutung aufrecht zu halten. Leichtes Fußkreiseln ist ebenfalls ausreichend. Passagiere mit einer gewissen Veranlagung beugen zur Sicherheit mit Kompressionsstrümpfen vor. Diese sind in speziellen orthopädischen Geschäften erhältlich. Sie sind wahrlich unglaublich unsexy, verfehlen allerdings nicht im Geringsten ihre Wirkung.

Früher Check-in & freie Platzwahl

Ein früher Check-in erhöht die Chance auf freie Platzwahl. Mehr Beinfreiheit ermöglicht ein Platz am Notausgang oder ganz vorn. Zum Beine-Ausstrecken und Fläzen sind solche Sitzplätze besonders geeignet, einfach mal kurz aufstehen und strecken ohne sich in den Gang stellen zu müssen.

Den Langstreckenflug verschlafen

Einen Teil der Flugzeit lässt sich wunderbar verschlafen. Augen zu und im Nu dauert die Flugreise nur noch die Hälfte der Zeit. Doch wie lässt sich zwischen zwei Passagieren komplett abschalten? Genau drei Dinge helfen dabei: Schlafmaske, Kopfhörer und Nackenkissen. Die Kopfhörer schalten gefühlt redselige Sitznachbarn aus, die Schlafmaske macht den Tag zur Nacht, das Kissen entspannt den Nacken. So lassen sich komplett abgeschottet zumindest einige Stunden perfekt überbrücken.

Fliegen ohne Ohrenschmerzen

Der veränderte Luftdruck im Flugzeug führt zu einem spürbaren Druckunterschied zwischen Gehörgang und Mittelohr. Die Folge: Das Ohr wirkt verstopft, das Hören fällt schwer.  Schlucken, Kauen und Gähnen führen in der Regel schnell einen angenehmen Druckausgleich herbei. Kaugummi kauen ist die galanteste Lösung. Hilft alles nichts, dann probieren Sie die Valsalva-Methode aus – Nase zuhalten und stoßartig bei geschlossenem Mund ausatmen. Durch den erzeugten Überdruck kann Luft aus dem Mittelohr entweichen.

Das richtige Outfit für den Flug

Woran erkennt man einen noch jungfräulichen Langstreckenflieger? Er oder sie ist adrett gekleidet – schickes Kostüm, Sakko oder hohe Schuhe. Dieser Kleidungsstil ist für Kurzstrecken ganz ok, für mehrere Stunden aber völlig ungeeignet. Auch im Sommer wird es auf dem Flug hin und wieder ganz schön frisch. Hohe Schuhe erhöhen außerdem das Thromboserisiko. Warum? Normalerweise rollt der Fuß beim Gehen ab. Das unterstützt die Durchblutung der Beine. Bei hohen Schuhen verändert sich das Gehverhalten. Die Durchblutung der Venen wird somit erschwert. Als Kleidung eignet sich der Zwiebellook. Die Zwischenstopps können teils subtropisch werden, die Klimaanlage im Flugzeug Schwankungen unterliegen. Mit mehreren Lagen übereinander bleiben Sie flexibel.

Die richtige Vorbereitung ist alles. Damit wird der Langstreckenflug garantiert nicht zur Tortur. Koffer packen und los geht’s. Wir wünschen Ihnen schon jetzt einen angenehmen Flug.

Titelbild: Titel Berlin Sky, Quelle Sebaso auf flickr.com

Christoph Wunderlich

Christoph Wunderlich

Christoph Wunderlich hat Romanistik in Leipzig studiert. Er arbeitet seit 3 Jahren als Online-Redakteur in München.
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