Reisevorbereitung mal anders – Kofferversteigerung am Flughafen

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Was nehme ich in den Urlaub mit? Diese Frage geht jedem sogar noch Minuten vor Urlaubsbeginn durch den Kopf. Was haben eigentlich Mitreisende in Ihren Koffern so alles verstaut?

Kofferversteigerungen an Flughäfen geben Inhalte preis, die interessant, ja sogar überraschend sein können. Doch Vorsicht: Wer sich seine Reisegarderobe für den nächsten Sommerurlaub ersteigern möchte, ist vor Enttäuschungen nicht gefeit.

Gepäckverlust an deutschen Flughäfen

Der Anteil an jährlich verloren gegangenen Gepäckstücken ist im Vergleich zu den mitgeführten recht gering. Laut Schätzungen der Lufthansa transportiert selbige Fluggesellschaft pro Jahr 80 Millionen Passagiere. Etwa 120 Millionen Gepäckstücke werden in diesem Zeitraum mitgeführt. Gerade einmal 15 000 gehen dabei verloren.

Ist die gesetzliche Aufbewahrungspflicht von drei Monaten verstrichen, werden die Fundsachen zur Kofferversteigerung freigegeben. In den genannten Monaten konnten die Stücke entweder nicht zugestellt werden oder Eigentümer haben es versäumt diese zurückzufordern. Oftmals verzichten die Besitzer auf die Rückforderung Ihres Eigentums und geben sich lieber mit der Versicherungssumme zufrieden.

In einzelnen Fällen kommt es vor, dass Besitzer erst am Tage der Versteigerung ihre Habseligkeiten zurückverlangen. Der Auktionator wird allerdings nur einlenken, wenn der Besitz tatsächlich lückenlos nachgewiesen werden kann.

Wie läuft die Kofferauktion am Flughafen ab?

Grundsätzliches vorweg: Alle Koffer und Taschen werden vor der Auktion vom Flughafensicherheitsdienst auf Drogen und sonstige rechtsverletzende Inhalte hin überprüft. Drogen und auch Geld werden vom Zoll aus den Gepäckstücken entfernt, bevor sie zur Versteigerung zugelassen werden.

Auf den Internetseiten der deutschen Flughafengesellschaften wie zum Beispiel auf der des Flughafens Düsseldorf International oder München werden regelmäßig Termine für Kofferversteigerungen bekannt gegeben. Jeder kann an der Kofferversteigerung im Normalfall auch spontan teilnehmen, Sie müssen nur im Auktionsraum anwesend sein und das Glücksspiel um die Koffer kann beginnen!

Das Startgebot für Taschen liegt im Durchschnitt bei 15 €. Koffer hingegen beginnen bei einem Preis von etwa 40 €. Die Gebote steigen dann je nach Produkt in 2- bis 5-Euro-Schritten. Zusätzlich zum endgültigen Preis wird noch eine Provision von etwa 18% für das jeweilige Auktionshaus erhoben.

Die Gegenstände können vor Auktionsbeginn nicht aus nächster Nähe begutachtet werden. Während der Versteigerung werden hin und wieder auch mal kleinere Stücke als Kaufanreiz aus den Koffern geholt. Doch einen vollständigen Einblick wird den Interessenten erst nach dem Kauf gewährt. Verraten werden aber von welchem Flug die Koffer kommen, sodass Sie vermuten können, was sich im Koffer verbirgt.

Dabei entscheidet sich, ob der Inhalt enttäuscht oder Begeisterung beim Käufer hervorruft. Wer Glück hat, der ergattert zumindest ein Exemplar des Hinreise-Gepäcks. Der Inhalt mag vielleicht nicht überzeugen, dennoch ist er meist sauber und geordnet verstaut. Das Rückreise-Gepäck kann hingegen schon durch den Geruch getragener mitunter noch feuchter Wäsche für Entsetzen sorgen. Aber auch Rückreise-Koffer haben ihren Reiz, denn hier können sich schöne sowie wertvolle Souvenirs im Kleiderhaufen verstecken.

Unsere Tipps zur Kofferversteigerung

Im Normalfall ist eine Kofferversteigerung nichts anderes als ein Glücksspiel, in dem Sie verlieren oder gewinnen können. Auf einigen Auktionen werden die Inhalte bereits vorher verraten, dies ist aber selten der Fall – da der Flughafen die Gepäckstücke an den Mann bekommen möchte. Das Wichtigste ist, dass Sie den Spaß an der Sache nicht verlieren. Unsere Tipps für Ihre Kofferauktion:

  • Schrauben Sie Ihre Erwartungen nicht zu hoch, damit die Enttäuschung am Ende der Kofferversteigerung doch nicht zu groß ist. Gehen Sie mit einem Lächeln an die Sache heran und lassen Sie sich einfach überraschen!
  • Den Spaß verlieren Sie nicht, indem Sie sich ein Limit beim Bieten setzen: So viel und nicht weiter! Da es Ihnen und Ihrem Geldbeutel doch nur Schmerzen bereiten würde.
  • Wählen Sie einen Koffer, der Ihnen optisch gefällt: Im Falle eines miserablen Inhaltes haben Sie so zumindest ein Gepäckstück erstanden, dass Sie mögen und auf Reisen benutzen können.
  • Bargeld nicht vergessen! Mit Karte können Sie bei Kofferversteigerungen an Flughäfen Ihre Errungenschaft nicht bezahlen.

Alternative zur Kofferversteigerung

Eine mögliche Alternative zur Kofferversteigerung sind Zollauktionen. Auf www.zoll-auktion.de können beispielsweise beschlagnahmte Waren wie Laptops oder teure Schmuckstücke ersteigert werden. Im Gegensatz zu ebay können die einmal erworben Gegenstände nicht nach 14 Tagen zurückgegeben werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Gegenstände abgenutzt oder sonstige Gebrauchspuren besitzen ist weitaus geringer. Unter den vom Zoll beschlagnahmten Produkten befinden sich zumeist neu im Ausland erworbene Gegenstände.

Fazit: Für Spannung sorgt eine Kofferversteigerung allemal. Wer sich auch für die Reisegeschichte hinter den Gepäckstücken interessiert, für den sind solche Auktionen in jeder Hinsicht lohnenswert. Spaßig wird es sicher, wenn Sie ein Überraschungskoffer öffnen. Um sich für den Urlaub gut auszustatten, ist die Kofferversteigerung jedoch nicht so empfehlenswert, da beispielsweise die Größe der Kleidung vor dem Bieten auf der Kofferversteigerung meistens nicht ersichtlich ist.

Christoph Wunderlich

Christoph Wunderlich

Christoph Wunderlich hat Romanistik in Leipzig studiert. Er arbeitet seit 3 Jahren als Online-Redakteur in München.
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