Kleiner Guide zum Münchner Bier

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Heute geht’s um’s Münchner Bier. Welche Biersorten Ihr auf dem Münchner Oktoberfest 2016 verköstigen könnt, welches das schwächste bzw. das stärkste Bier ist und was deren Besonderheiten sind.


Zugegeben: Mein Blog-Beitrag nimmt stark Lokalkolorit an. Allerdings bin ich mir fast sicher, dass Münchner Bier über die Stadtgrenzen hinaus auf Interesse stößt. Zwei Ereignisse lassen mich besonders hoffen: Heute hat das 183. Münchner Oktoberfest begonnen und 2016 feiert das Bayerische Reinheitsgebot 500 Jahre Jubiläum. Beides nehme ich zum Anlass, Euch die Münchner Biere vorzustellen.

Bevor wir jedoch unseren Zelt- und Brauerei-Rundgang starten, bilden wir noch eine solide Gesprächsbasis für den Biertisch.

Exkurs zum Festbier aka Münchner Bier auf der Wiesn

Eines gleich mal für alle Oktoberfestbesucher vorweggenommen: Auf der Wiesn werden ausschließlich Münchner Biere ausgeschenkt. Wer hier nach exotischen Bierspezialitäten Ausschau hält, kommt vergebens. Alle anderen finden vor Ort sechs Traditionsbrauereien, die sich dem Reinheitsgebot verschrieben haben.

Ein maßvoller Genuss des Gebräus ist gefragt: Bei mindestens 13,6% Stammwürze fällt der Alkoholgehalt bei durchschnittlich 6% damit um 1% höher aus als bei herkömmlichem Bier.

Apropos Maß: „a Maß Bier“ (Achtung Aussprache Mass) ist ein Liter Bier, der im entsprechenden Krug daher kommt. Aber nicht wundern, wenn dieser nicht voll eingeschenkt ist.

Münchner Bierpreise auf der Wiesn 2016

Wer mittrinken will, muss auch dieses Jahr tief in die Tasche greifen. Die Maß Bier kostet zwischen 10,40 und 10,70 €, mit Trinkgeld wären wir bei 11 €. Die Getränkepreise steigen stetig an. Trotzdem tranken Einheimische und Touristen auf dem Oktoberfest 2015 7,3 Millionen Maß Bier, ein Anstieg um 1,2 Millionen Liter gegenüber dem Vorjahr. Tendenz: steigend; es sei denn, der Zustrom zum weltgrößten Volksfest nimmt aus Sicherheitserwägungen signifikant ab.

Aber genug der ersten Worte. Auf geht’s zu den Brauereien in München.

Steckbriefe zu den sechs Brauereien in München

Nachfolgend liste ich die sechs Brauereien in München auf, nenne Historisches, ihre Standorte und ihr Markenzeichen.

Augustiner Bier

  • Münchens erste Brauerei, 1328 gegründet und im Augustiner Kloster verwurzelt
  •  Privatisierung im 19. Jahrhundert
  •  Sitz in der Landsberger Straße und Augustiner-Gaststätte in der Neuhauser Straße
  • Biergärten: Augustinerkeller und Hirschgarten
  • Auf dem Oktoberfest: Augustiner Fest-Zelt und Fischer Vroni
  • Lagerung in traditionellen Holzfässern (Hirschen) und charakteristische kleine, aber breitere Flaschen

Hacker Pschorr

  • Gründung 1417 in der Sendlinger Straße, heute Altes Hackerhaus
  • Ausbau zu Münchens führender Brauerei im 18. Jahrhundert unter Ehepaar Hacker-Pschorr
  • spätere Auftrennung in zwei Brauereien, mittlerweile unter dem Dach der Paulaner Brauerei
  • abgefüllt in Flaschen mit Bügelverschluss
  • 5,8 prozentiges und damit schwächstes Bier auf dem Oktoberfest im Hacker-Zelt und in der Bräurosl

Paulaner Bier

  •  seit 1634 hergestellt und damit das jüngste Münchner Bier
  • beliebtes Starkbier-Rezept des Ordensbruders Barnabas, urspr. zu Festen gereicht
  • Sitz am Nockherberg, bekannt durch jährliches Starkbierfest und „Politiker-Derblecken“
  • sechsprozentiges Paulaner fließt im Winzerer Fähndl, Armbrustschützen-Zelt und Käferzelt
  • Das Weißbier wird außerdem im Weinzelt ausgeschenkt.

Hofbräu

  •  Gründung 1589 unter Wilhelm V.
  • urspr. Sitz am Platzl im Hofbräuhaus, heute in München-Riem
  • Verstaatlichung im 19. Jahrhundert, Bezug des Hofbräukellers in der Inneren Wiener Straße
  • stärkstes Wiesnbier von 6,3 Prozent, ausschließlich im Hofbräuzelt ausgeschenkt

Löwenbräu

  • Anfänge im späten 14. Jahrhundert
  • Expansion im 19. Jahrhundert und in der Nymphenburger Straße ansässig
  •  Markantes Symbol ist der Löwe
  • auf der Wiesn im Löwenbräu-Zelt und im Schützen-Zelt mit einer Stärke von 6,1 Prozent zu finden

Spaten Bier

  • Existenz seit 1397
  • seit 1807 in der Marsstraße angesiedelt und im Besitz der Familie Sedlmayer
  • Logo ist ein weißer Spaten auf rotem Grund
  • Fest-Ausschank (5,9%) in der Spatenbräu Festhalle, im Schottenhamel, im Marstall sowie in der Ochsenbraterei

Spaten, Franziskaner und Löwenbräu gehören inzwischen zu Anheuser‑Busch InBev.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Vielleicht habt Ihr ja schon Euer Lieblingsbier? Vom 17. September bis zum 3. Oktober 2016 habt Ihr noch Gelegenheit Münchner Biere zu probieren. Prosit und immer schön vorsichtig!

 

Aleksandar Pakusevski

Aleksandar Pakusevski

Der gebürtige Rosenheimer Aleksandar ist Online-Redakteur in München. Seit nun mehr als 7 Jahren arbeitet er im Bereich Online Marketing bei Holiday Extras.
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