Lissabon – kulturelles Zentrum Portugals

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„Quem não viu Lisboa, não viu coisa boa“. Dieser landläufigen Meinung der Portugiesen ist nur zuzustimmen: „Wer Lissabon nicht gesehen hat, hat nichts Schönes gesehen“. Doch was macht die Hauptstadt Portugals so schön? Einige Attribute können gewiss schon vorweggenommen werden: prächtig, modern, quirlig und gegensätzlich.

 

Allgemeine Informationen:

 

Lissabon, eine der ältesten Universitätsstädte Europas, erstreckt sich auf sieben Hügeln entlang des Flusses Tejo. Die Hauptstadt ist nicht nur kulturelles, politisches und wirtschaftliches Zentrum sondern zugleich die größte Stadt Portugals. Mehr als 500.000 Einwohner hat sie auf der linken Seite des Flusses. Zusammen mit der rechten, dort, wo sich die Vororte befinden, erhöht sich die Einwohnerzahl auf etwa 3 Millionen. Bei einer Landesbevölkerung von nicht einmal 11 Millionen recht beachtlich.

 

Lissabon gliedert sich in 53 Stadtgemeinden (freguesias), welche ihrerseits auf vier Bezirke (bairros) zusammengefasst werden. Das wohl mit Abstand bekannteste Viertel ist das Bairro Alto.

 

Bairro Alto – Hot Spot des Lissabonner Nachtlebens

 

Das „Hohe Viertel“, Gegenstück zum unterhalb angrenzenden Geschäftsviertel Baixa, ist der mit Abstand älteste Stadtteil Lissabons. Mit seinen engen Gassen und pittoresken Fassaden gleicht es am Tage einer typischen Mittelmeer-Kleinstadt. Doch nachts entpuppt sich das Bairro zu einem quirligen Kneipen-Viertel.

 

Die Gassen sind größtenteils für den Autoverkehr gesperrt, allenfalls den Anwohnern ist dieser gestattet. Als Party-Meilen bekannt sind die Rua do Norte und die Rua da Rosa. Das Angebot an Lokalitäten ist genau wie das Publikum bunt gemischt. Traditionelle Fado[1]-Kneipen sind dort ebenso zu finden wie trendige Szene-Bars. Besonders in den Sommermonaten füllen sich die Gassen mit feierfreudigen Einheimischen und Touristen.

 

Das Viertel Baixa Chiado

Mit der Metro, Haltestelle Baixa-Chiado, oder der bekannten Straßenbahn-Linie 28 ist das Viertel ganz bequem zu erreichen. Für Besucher, welche sich in der Baixa aufhalten und ihnen der Weg nach oben zu beschwerlich ist, für diese bietet sich auch eine Fahrt im Ascensor da Glória, eine der drei Standseilbahnen Lissabons, an.

 

Stadtbild – Modernität versus koloniale Pracht

 

Lissabon bietet ein Potpurri aus architektonischen Gegensätzen. Die Grundstrukturen des heutigen Stadtbildes gehen auf die baulichen Maßnahmen nach dem verheerenden Erdbeben von 1755 zurück.

 

Koloniale Pracht:

 

Im Zentrum der Stadt zeugen viele Bauten von der einstigen kolonialen Größe aus längst vergangenen Zeiten. An politischer Bedeutung hat Portugal bereits im 19. Jahrhundert eingebüßt. Die opulenten Bauwerke prägten dennoch bis in die heutige Zeit hinein das Stadtbild Lissabons.

 

Praca do Comercio

  • Ein Symbol für die ursprüngliche Seefahrernation Portugal ist der Torre de Belém, ein ehemaliger Leuchtturm, der den Schiffen auf ihrer Rückkehr aus den Kolonien als Fixpunkt zur Anlandung diente.
  • Gehandelt wurde nach dem großen Erdbeben auf dem gleichnamigen Praça do Comérço, neben dem Rossío einer der wichtigsten Plätze im Herzen der Stadt.
  • Beeindruckend thront das Castelo de São Jorge auf einem Hügel über der Stadt. Das über Jahrhunderte als Königsresidenz fungierende Schloss ist heute Anziehungspunkt für internationale Touristen.
  • Ein ebenso altes Bauwerk ist der Palácio de São Bento. Allerdings in neuer Funktion, als Sitz des portugiesischen Parlaments.
  • Für kulturellen Input am Abend sorgt ein Besuch im Teatro Nacional D. Maria II. Dieses befindet sich auf dem Rossio und steht seit 1928 unter Denkmalschutz.

 

Modernität:

 

Beim ersten Blick von den zahlreichen Aussichtsplattformen, Miradouros genannt, auf die Stadt lässt das Panorama moderne Viertel scheinbar vermissen. Dem ist allerdings keineswegs so. Das ehemalige Expo-Gelände der Weltausstellung von 1998 ist ein vortrefflicher Beweis dafür, dass Lissabon optisch im neuen Jahrtausend angekommen ist.

 

  • Heute als Parque das Nações bekannt, steht das Gelände als Symbol für Modernität schlechthin.
  • Als besonders augenfällig gilt der Bahnhof Oriente. Seine federleicht wirkende Dachkonstruktion und die allgemeine Offenheit in der Gestaltung vermitteln einen futuristischen Eindruck.
  • Futuristisch wirkt ebenfalls das Ozeanarium, welches zu einem Besuch in die Unterwasserwelt vor der Küste Portugals einlädt.

 

Die Ufer des Tejo sind durch zahlreiche Brücken verbunden.

 

Ponte 25 de Abril

  • Die längste Brücke Europas, die Ponte Vasco da Gama, überspannt den Fluss und wurde nach dem gleichnamigen Seefahrer benannt, welcher vor über 500 Jahren den Seeweg nach Indien entdeckt hat.
  • Eine ähnlich imposante Brücke ist die Ponte 25 de Abril. Auf den ersten Blick gleicht sie der Golden Gate Bridge in San Francisco. Aber eben nur auf den ersten Blick, die Lissabonner Variante gilt als die zweitlängste Hängebrücke der Welt und vereint den Straßen- mit dem Schienenverkehr. Lissabon braucht also dem Vergleich mit anderen Weltstädten nicht zu scheuen.

 

Sprachlicher Exkurs: Nein, Portugiesisch ist kein Spanisch!

 

Zum Abschluss folgt an dieser Stelle noch ein kleiner Exkurs in die landestypische Kommunikation. Es liegt auf der Hand, dass die portugiesische Sprache der spanischen aufgrund der geografischen Nähe der dazugehörigen Länder sehr ähnlich ist.

 

Einfache Formeln auf Spanisch zu artikulieren kann unter Umständen besonders bei der älteren Bevölkerung auf Ablehnung stoßen. Im Zweifelsfall ist dann Englisch die eindeutig bessere Alternative. Französisch hilft hin und wieder auch ein wenig.

 

Um solchen Situationen vorab entgegenzuwirken folgt hier ein kleiner Sprachführer mit ein paar grundlegenden Vokabeln, die jedem Portugiesen ein mit Stolz erfülltes Lächeln in sein Gesicht zaubern. Das Airparks-Team wünscht viel Spaß beim Lernen und einen tollen Städte-Urlaub in Lissabon mit großartigen Eindrücken in der südwestlichen Großstadt Europas.

 

Obrigado/a – Danke.

Bom día/ boa tarde/ boa noite – Guten Tag/ Abend.

Mouro em Lisboa. – Ich wohne in Lissabon.

Chamo-me… – Ich heiße…

Venho de… – Ich komme aus…

Que horas são? – Wie spät ist es?

Desculpa, onde fica o museu? – Entschuldigung, wo befindet sich das Museum?

Quanto costa/ é? – Wie viel kostet es?

Quero reservar um quarto. – Ich möchte ein Zimmer reservieren.

Tomo um galão. – Ich nehme einen Milchkaffee.

A conta faz favor. – Die Rechnung bitte!

Quero mais uma cerveja. – Ich möchte noch ein Bier.

Vamos brindar! – Lasst uns anstoßen!

 

 


[1] Als Fado wird ein typisch portugiesisch-folkloristischer Musikstil bezeichnet.

Christoph Wunderlich

Christoph Wunderlich

Christoph Wunderlich hat Romanistik in Leipzig studiert. Er arbeitet seit 3 Jahren als Online-Redakteur in München.
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