Island – Auf eigene Faust erkunden

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Lage und Klima

Im Bereich Aktivurlaub möchten wir Ihnen nun Island vorstellen. Denken Sie jetzt nicht gleich an Kälte und Dunkelheit. Die größte Vulkaninsel der Erde umfasst 103.000 Quadratkilometer und liegt südöstlich von Grönland und nordöstlich von der Insel Jan Mayen. Im Osten grenzt Norwegen an.

Die Insel fasziniert mit seinen zahlreichen Gletschern, Wasserfällen und heißen Quellen. Das Innere des Landes, das Isländische Hochland, ist nahezu unbewohnt. Auf dem 4970 Kilometer langen Küstenabschnitt leben die meisten Bewohner, der hauptsächlich aus Fjorden besteht und sehr zerfurcht ist. Somit gibt es auch viele kleine Inseln, die zum Teil nur mit 4 Häusern bebaut sind.

Im Sommer kann es zu Tagestemperaturen über 20 Grad kommen, aber da es insgesamt ozeanisch-kühl ist, sind Wetterumbrüche auch im Sommer an der Tagesordnung. Die Mitternachtssonne ist ein besonderes Naturereignis im Sommer. Dabei geht im Norden die Sonne erst nach Mitternacht unter.

Im Winter betragen die Durchschnittstemperaturen circa minus 3 bis 4 Grad Celsius. Der Winter ist erstaunlich mild, obwohl es immer viel Schnee gibt, besonders im Zentrum und im Norden. Mit etwas Glück können Sie Zeuge des wunderbaren Spektakels der Polarlichter werden, die besonders gut im September, Oktober und März bis Anfang April zu sehen sind.

Reisevorbereitung

Egal ob im Sommer oder Winter, den Geländewagen sollten Sie bereits im Voraus reservieren. Die Landschaft ist rau und nicht jede Straße ist ausreichend geteert. Im Winter besteht die Gefahr, im Schnee stecken zu bleiben. Deshalb auch einen Wagenheber mitnehmen, denn bis Hilfe kommt, kann es dauern. Für manche Strecken, gerade im Hochland, wo die Straßen abenteuerlich sein können, sollten Sie Geduld mitbringen. Für eine Strecke von 70 Kilometern können Sie unter Umständen 6 Stunden einplanen, trotz leistungsstarken Fahrzeuges.

Wir empfehlen Ihnen im Voraus eine Unterkunft zu reservieren. Die Straßen wirken oft verlassen und deshalb ist ein Orientierungspunkt immer hilfreich. Spontan Reisende sind oft stundenlang unterwegs, bevor eine Unterkunft in Aussicht ist.

Unser Tipp: Genügend Reiseproviant mitnehmen! Genauso wichtig ist gutes Kartenmaterial und ein GPS-Gerät. Bei starkem Nebel kann die Orientierung schwierig werden. Kleine Steinmännchen, in Form von aufgestapelten Steinen, dienen als Wegweiser in unübersichtlichem Geländer.

Es gibt drei Flughäfen, von denen der Flughafen Leifur Eiriksson, etwa 60 Kilometer westlich von Reykjavik gelegen, der größte ist. Die dort beheimatete Fluggesellschaft Icelandair Air fliegt ab München, Düsseldorf und Berlin. Skandinavien Airlines fliegen Sie über Kopenhagen und Oslo hin. Die Billigairline Wow Air fliegt ab Düsseldorf und Berlin. Die Lufthansa fliegt über Frankfurt.

Viele Kreuzfahrtunternehmen bieten Schiffsreisen dorthin an. Aber leider hält man sich dann nur wenige Tage an einem Ort auf und somit verpasst man vieles, vor allem das Landesinnere.

Aktiv auf Island

Eine beliebte Aktivität in Island sind Gletscherwanderungen.

Es ist auf jeden Fall empfehlenswert eine geführte Gletscherwanderung zu unternehmen. Hierfür sollten Sie warme, isolierende sowie wasserfeste Kleidung anziehen. Auch im Sommer ist dies von Vorteil, da es oft zu unvorhergesehenen Niederschlägen kommen kann. Der einheimische Bergführer kann das Wetter sehr gut einschätzen und Sie sicher über den Gletscher mit Steigeisen und gegebenfalls Eispickel führen. Weitere Aktivitäten sind Schlittenfahrten mit Hunden und Schneemobiltouren. Bei heimischen Veranstaltern können Sie sich die Ausrüstung vor Ort mit buchen.

Landschaftsbild

Etwa ein Zehntel der Oberfläche Islands ist von Gletschern bedeckt und so ist es nicht verwunderlich, dass hier Europas größtes Eisvolumen vorhanden ist. Wunderschöne Lavalandschaften, Fjorde und Wasserfälle erwarten die Besucher Islands. Naturliebhaber kommen auf jeden Fall auf Ihre Kosten. Die kleinen überschaubaren Städtchen, die hauptsächlich entlang der Küste zu finden sind, bieten keine besonderen touristischen Sehenswürdigkeiten. Island ist eben Natur pur. Stellen Sie sich auf eindrucksvolle Stille und weite Landschaften ein.

Tipps für Erkundungs-Touren:

Eine kleine Route im Süden der Insel: Reykjavik, Gullfoss & Geysir, Selfoss, Vik, Blue Lagoon

Die Stadt Reykjavik ist oft der Startpunkt jeder Reise, da dort der größte Flughafen des Landes liegt. Einen Tag können Sie gut in der Hauptstadt verbringen und sich die Highlights dort anschauen, wie die Altstadt mit ihren typischen skandinavischen Holzhäusern, die in grellen Farben erstrahlen, das Nationalmuseum, die schöne Kirche Hallgrímskirkja und der botanische Garten.
Weiter geht es nach Gullfoss. Der beliebte zweistufige Wasserfall ist in eine schöne Landschaft gebettet und gehört zu den meist fotografierten Motiven in Island. Nicht weit davon im Westen liegt das Gebiet Geysir, die größten heißen Quellen des Landes. Hier schießen Geysire alle drei Minuten in die Luft und es dampft aus allen Spalten. Wenn es Ihnen dort zu voll werden sollte, können Sie ins nahe gelegene Strokkur. Der Geysir stößt alle 10 Minuten 25-35 Meter hohe heiße Wassermassen nach oben.
Im kleinen Städtchen Selfoss können Sie auch einige Aktivitäten unternehmen wie Hundeschlittenfahren, in warmen Quellen baden oder Boot fahren.
Unser Tipp:Auf der Fahrt dahin sollten Sie unbedingt einen Stopp beim Kerid Krater machen! Dieser kleine Kratersee bietet tolle Fotomotive mit funkelnden Lavasteinen.

Weiter geht es zum kleinen Küstenort Vik, der gute Möglichkeiten bietet für einen Besuch der Halbinsel Dyrholeay mit Ihrem schwarzen Sandstrand, wo die größte Wahrscheinlichkeit besteht, besonders bei Regenwetter Papageientaucher zu fotografieren. Touren mit dem Schneemobil im Winter sind sehr beliebt und Gletscherwanderungen auf dem Myrdalkjök Gletscher.

Die Blaue Lagune – The Blue Lagoon, garantiert warmen Badespaß (bis zu 40 Grad Celsius). Dort kann man sich mit Mineralien einreiben oder eine Algenmaske auftragen. Der Eintritt ist mit circa 40 Euro nicht billig, aber der schöne Badesee ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Am besten alle Badesachen mitnehmen, denn alles kostet extra.

Eine große Route an der Ringstraße Islands entlang:

Wer mehr Zeit mitbringt, der sollte die tolle Küstenlandschaft Islands erkunden. Start ist hier wieder die Hauptstadt Reykavik, von dort aus weiter auf die Halbinsel Snxfellsnes. Dort befindet sich ein Nationalpark mit wunderschönen Lavalandschaften und einer reichen Vogelwelt. Weiter geht es zum Fjord Skagafjörour. Von hier stammen die Islandpferde her, und so bietet es sich an einen tollen Ausritt zu machen, insofern Sie nicht pferde scheu sind. Ein anderer Vorschlag ist den warmen Quellen von Grettislaug am Reykjanesstrand zu baden.
Am nächsten Tag heißt es wieder ins Auto steigen und gemütlich weitere 220 Kilometer nach Akureyri am Fjord Eyjafjörour fahren. Vorbei geht es an dem Wasserfall Gooafos zum See Myvatn. Hier können Sie sich herrlich in den Thermen entspannen. Wenn Sie bei den aktiven Vulkanen von Skutustadir sind, haben Sie ein bisschen das Gefühl eine Mondlandschaft zu sehen. Sonderbares Lavagestein und zischende Lavaschlammlöcher finden sie auch beim Vulkan von Krafla.
Weiter geht es einen Tag später an die heißen Quellen von Landmannalaugar, wo Sie sicherlich tolle Bilder machen werden, denn die Kontraste der Quellen sind faszinierend. Auf der ganzen Strecke warten tolle Wanderungen auf Sie. Nicht vergessen entsprechende Wanderkarten mitzunehmen. Nachdem Sie sich in der Umgebung von Skaftafell aufgehalten haben, sollten Sie auch am nächsten Tag den Nationalpark Vatnajökull nicht verpassen.

La Cascada de Skogafos von El Coleccionisata de Isantes aus flickr.com/CC

 

Unser Tipp: Die Gletscherlagune mit einem Boot erkunden.

Leider kommt jede Reise mal zu einem Ende und in den letzten zwei Tagen können Sie, wie bei der kleinen Tour vorgeschlagen die Küsten Vik erkunden und in der Blauen Lagune schwimmen, bevor es wieder aus Reykjavik, wo der Nationalpark Thingvellir besucht werden kann, nach Hause geht.
Unser Tipp: nördlich des Skogarfoss ist die Landschaft mit seinen zahlreichen Wasserfällen besonders beeindruckend. Planen Sie hier vielleicht einen Tag mehr ein. Ein weiteres Highlight der Ringstraße sind die Eisberge an der Jökulsarlon und die Autofahrt von Egilsstadir nach Seydisfjördur. Die Gletscherlandschaft ist einfach phänomenal.

Wenn Sie das nächste Mal etwas mehr Zeit mitbringen sollten, entdecken Sie auf jeden Fall auch das Hochland, dass am besten in den Sommermonaten passierbar ist.

Agnes Cseka

Agnes Cseka

Agnes reist sowohl beruflich als auch privat für ihr Leben gern und probiert gerne neue Restaurants und Locations aus.
Agnes Cseka

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