Seekrankheit – die richtige Reisevorbereitung

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Eines vorweg: die Vorstellung, von Seekrankheit Geplagte müssten sich im Verlauf einer Kreuzfahrt rund um die Uhr ihres Mageninhaltes entledigen, ist schlicht und ergreifend falsch! Die Stabilisatoren moderner Hochseeschiffe machen den Seegang – egal in welcher Stärke – kaum noch spürbar. Welche Maßnahmen das Gefühl von Übelkeit lindern, wird in diesem Artikel verraten.

 

Seekrankheit aus medizinischer Sicht

 

Die Kinetose, so der medizinische Fachausdruck, bezeichnet die Reaktion des eigenen Körpers auf ungewohnte Bewegungen. Es entsteht genauer gesagt ein Missverhältnis zwischen dem, was der Passagier sieht, und dem, was sein Gleichgewichtsorgan wahrnimmt. Besonders deutlich wird dies bei einem Aufenthalt unter Deck. Die geraden Wände vermitteln dem Gehirn Stabilität, das Schaukeln des Schiffes indes steht im Gegensatz zu dem Gesehenen. Das Gehirn ist also mit der Situation ein klein wenig überfordert. Die Diskrepanz führt zu einem vermehrten Ausstoß an Histamin. Der selbstproduzierte Stoff sorgt für die typischen Symptome der Seekrankheit: Blässe,  Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit oder im schlimmsten Fall auch Erbrechen. Seekrank sind Passagiere demgemäß nicht erst bei letzteren Symptomen.

 

Die richtigen Verhaltensweisen, um akute Übelkeit zu vermeiden

 

Für an Seekrankheit leidende Passagiere ist eine Schiffsreise nicht prinzipiell auszuschließen. Auch für sie kann eine Kreuzfahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Die folgenden Verhaltensweisen machen den Aufenthalt auf einem Schiff zu einer tollen Urlaubserfahrung.

 

Das richtige Zimmer: mittschiffs mit Aussicht

 

Um der Seekrankheit von vornherein Herr werden zu können, ist die Wahl des Zimmers nicht zu unterschätzen. Außenkabinen mit Fenster erleichtern den Aufenthalt. Das Auf und Ab des Schiffes ist sichtbar, die äußeren Eindrücke stehen nicht in Widerspruch zu dem, was das Gehirn verarbeitet.

 

Optimal ist auch die Wahl eines Zimmers in der Mitte des Schiffes. An Buck und Heck werden Wellenbewegungen in der Regel intensiver wahrgenommen.

 

Ebenfalls zu beachten ist auch die Stellung der Betten im Zimmer. Stehen diese seitlich zur Fahrtrichtung des Schiffes, so ist das Gefühl, durchgeschüttelt zu werden, noch heftiger. In Längsrichtung zu liegen, ist hingegen weitaus angenehmer. In geräumigeren Zimmern bietet es sich an die Betten einfach in die richtige Richtung umzustellen.

 

Entspannung: entspannen und nicht über Seekrankheit reden

 

Über Seekrankheit ohne Unterlass zu reden, schürt Angst. Also vermeiden Sie permanente Gespräche über Seekrankheit! Stattdessen ist es besser, sich mit Entspannungsübungen wie Meditation auf die Reise vorzubereiten.

 

Am Tag der Abreise empfiehlt es sich ausgeruht an Bord zu gehen. Dies setzt den Körper weniger unter Stress und begünstigt somit nicht das Aufkommen von Übelkeit.

Außerdem ist es ratsam nichts zu tun, was die Augen unnötig beansprucht. Statt zu lesen oder fernzusehen sollte sich öfters mal hingelegt und die Augen einfach geschlossen werden.

 

Die richtige Ernährung: kleine Mahlzeiten und Ingwer

 

Sowohl am Vortag als auch am Tag des Reiseantritts sind Alkohol und Nikotin zu vermeiden. Am ersten Tag ist es von Vorteil bereits leichte Mahlzeiten zu sich genommen zu haben. Ein überfüllter Magen erhöht das Risiko bereits zu Beginn unter Übelkeit zu leiden. Während der Reise sollte der Magen generell mit kleinen Mahlzeiten „beschäftigt“ werden. Insbesondere das Frühstück sollte nicht zu üppig ausfallen, da auf diese Weise der Magen bereits am Morgen so belastet wird, dass sich das Gefühl von Übelkeit schneller anbahnt als einem lieb ist.

 

Prophylaktisch kann bereits schon eine Woche vor Reiseantritt mit der Einnahme von Ingwer begonnen werden. Ob in Form von Tabletten oder als Pulver, auf die Wirkung von Ingwer schwören schon seit jeher erfahrene Seefahrer.

 

Mitunter wird darauf hingewiesen, während der ganzen Fahrt auf Salami und Rotwein zu verzichten, da sie angeblich den Histamin-Spiegel erhöhen.

 

Verhalten im akuten Fall

 

Sollten die vorangegangenen Vorsorgemaßnahmen nicht von Erfolg gekrönt sein, dann hilft nur noch der Weg in die Mitte des Schiffes und frische Luft. Wie bereits erwähnt, sind an Bug und Heck Wellenbewegungen prinzipiell stärker wahrzunehmen. Linderung verspricht überdies die Suche nach einem Fixpunkt am Horizont an Oberdeck. Wie anfangs beschrieben, hätte der Rückzug ans Unterdeck den gegenteiligen Effekt.

 

Wesentlich angenehmer gestaltet sich die Einnahme von Medikamenten mit Antihistaminen. Solche führen allerdings zu Müdigkeit.

 

Viele Menschen schwören sogar auf ihr individuelles Reiserezept: z.B. laute Musik an Deck hören oder die Verwendung von Ohrenstöpseln. Die Wirksamkeit mag vielleicht fraglich sein, doch der Glaube versetzt bekanntlich so manchen Berg.

 

 

 

 

Christoph Wunderlich

Christoph Wunderlich

Christoph Wunderlich hat Romanistik in Leipzig studiert. Er arbeitet seit 3 Jahren als Online-Redakteur in München.
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