Roadtrip durch Kent

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10 Dinge, die Ihr auf Eurem Roadtrip durch Kent nicht verpassen solltet

Désirée und ich waren die letzten Wochen gemeinsam in Kent unterwegs. Süd-westlich von London gelegen ist diese Grafschaft auch als der Garten Englands bekannt. Und das absolut zu Recht! Kent vereint das Beste von allem: Eine lebendig und überreiche Flora und Fauna, eine touristisch gut ausgebaute Infrastruktur (ohne Gefahr der Ballermannisierung), viel Geschichte, gute Restaurants, das Meer und unendliche viele Möglichkeiten seine Freizeit zu gestalten. Ob Wandertouren durch Wälder und Felder, zu Fuß oder zu Pferd, Surfen auf Meer oder See, abenteuerliche Spaziergänge an steilen Klippen oder Roadtrips durch tunnelartig dicht bewachsene Straßen. In Kent führt kein Weg daran vorbei sich mit märchenhaft verwunschenen Dörfern und Landschaften zu beschäftigen. Hier sagen sich wortwörtlich Fuchs und Hase Gute Nacht – wir haben es gesehen.

Dover Castle

Martina: “Ein Ritter ohne Furcht und Tadel, verwöhnte Prinzessin oder weiser König: Als Kind ist jeder von uns einmal in eine dieser Rollen geschlüpft. Dover Castle ist aber nicht nur für ehemalige Kindheits-Königinnen oder Mittelalter-Fans interessant. Verfehlen kann man das historische Bauwerk bei der Anfahrt auf Dover sicher nicht. Die alte und gigantische Burg liegt erhaben auf einem kleinen Berg und verspricht eine herrliche Aussicht auf Dover. Absolutes Highlight ist der Bergfried im Zentrum der Festung.

Im Great Tower befindet Ihr Euch mittendrin auf den Spuren der Vergangenheit: In alten Gemächern, einem Thronsaal sowie anderen spannenden Orten. Ganz spaßig sind auch die Darsteller, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr auf der Burg zum Leben erwachen. Wir hatten das Vergnügen The May Queen: Eleanor of Aquitane’s Court kennenzulernen, die nicht zögerte uns von Intrigen am königlichen Hofe zu erzählen. Wenn Ihr dort seid, steigt auf jeden Fall die Wendeltreppe hinauf: Hier habt Ihr den besten Blick auf Dover, das Meer und eine wunderschöne Landschaft. Das industrielle Stadtbild Dovers mit der altehrwürdigen Burg geben zusammen ein absolut sehenswertes kontrastreiches Paar ab.”

Ein Abend in Hythe

Désirée: “Kein Wunder, dass die Mieten in Hythe mit die höchsten in Kent sind. Hythe kann es, als malerisches Küstenörtchen durchaus mit dem schon seit Jahren gefeierten Küstenort Brighton in Sussex aufnehmen. Zwar gibt es hier keinen Pier und nur selten surfbare Wellen, zum Windsurfen und an der Promenade entlang spazieren reicht es aber allemal. Wer von einem britisch-herrschaftlichen Leben am Meer träumt, kommt in Hythe voll auf seine Kosten. Ich konnte mich jedenfalls kaum entscheiden, welches Haus ich als erstes fotografieren sollte. Ein Abstecher nach Hythe eignet sich perfekt, um einen ereignisreichen Tag entspannt ausklingen zu lassen. Unser kulinarischer Tipp ist das The White Hart.“

Abstecher nach Folkestone

Désirée: “Wer gut zu Fuß ist, kann theoretisch auch von Hythe nach Folkestone an der Küste entlang laufen. Bei einigermaßen klarem Wetter ist das felsige Frankreich bereits gut auszumachen. Trotz der Nähe zu Hythe weht in Folkestone ein anderer Wind. Folkestone und sein Hafen sind industrieller, es gibt ein kreatives Viertel und überhaupt geht es hier ein wenig urbaner zu. Die Möwen Folkestones leben in fast schon beängstigender Symbiose mit den Menschen: Sie sind unangefochten die Herrscher über die Mülltonnen.”

Pluckley

Martina: “Es ist nicht Kents, nicht Englands, es ist Großbritanniens most haunted village – Pluckley. Fährt man einfach so durch Pluckley, ahnt man nicht, wie viele Geistergeschichten sich um dieses kleine süße Dorf ranken. Es hat alles, was ein englisches Dorf braucht. Eine schöne Kirche, ein Pub und viele knuffige Schafe.

Liest man vor seinem Besuch jedoch die Schauergeschichten über 12 Geister von Pluckley, wird einem ganz anders zumute. Kostprobe gefällig? The Red Lady wurde in einem Sarg in der Krypta Pluckleys begraben. Bis heute sucht sie auf dem Friedhof ruhelos nach dem Grab ihres totgeborenen Babys. Eine weitere Dame, die Tudor Lady, treibt ihr Unwesen in einem Haus, in dem sie sich vor 250 Jahren mit giftigen Beeren selbst umgebracht hat. Zwischen 16 und 17 Uhr hört man sie nach ihren beiden Hunden rufen. Dies soll ihr Todeszeitpunkt gewesen sein… Tagsüber trauten wir uns noch bedenkenlos über den Friedhof zu laufen, zu lachen und zu quatschen. Nach Einbruch der Dunkelheit (und einem leckerem Abendessen in The Swan – einer Mischung aus asiatischer und englischer Küche) schlugen wir dann aber doch lieber den Heimweg ein.”

Rye

Martina: “Rye ist perfekt, um auch noch nach einem Arbeitstag besucht zu werden – zumindest wenn die Tage noch nicht so kurz sind wie im Winter. Rye Harbour hat uns vollkommen begeistert! Mit was? Mit “nichts”! Denn der Hafen von Rye verzaubert durch eine wunderschöne, offene und naturbelassene Landschaft! Hier kann man stundenlang spazieren gehen, während Ziegen, Hasen und eine herrliche Artenvielfalt von Vögeln einem Gesellschaft leisten.


Zur Beobachtung von Vögeln wurden hier sogar vier Vogelbeobachtungsstationen gebaut. Im ersten Moment wussten wir gar nicht, welchem Zweck diese so stark verstreuten Gebäude dienten, bis wir uns in eine der Hütten wagten. Aber nicht nur dieses Naturschutzgebiet kann sich sehen lassen: Auch das kleine Städtchen hat seinen ganz eigenen Charme mit engen Gassen und vielen Geschäften und Restaurants. Auf diesen hübsch gepflasterten Wegen steht entspanntem Bummeln nichts im Wege.“

Camber Sands

Martina: “Sommer, Sonne und Strand – und das in Kent! Hätte ich es nicht selbst erlebt, würde ich es auch kaum glauben. Wir hatten das Glück, an einem sehr sommerlichen Wochenende in Kent zu sein. Da es sonntags bis zu 28 Grad heiß werden sollte, beschlossen wir nach Camber Sands zu fahren. Optimistisch packten wir unsere Badesachen ein. Die Sonne lockte aber leider nicht nur uns zum Strand. Viele (noch weißhäutige) Engländer sowie zahlreiche Touristen wollten dieses Wetter in vollen Zügen ausnutzen. So standen wir kurz vor dem Strand sicherlich gut eine Stunde im Stau. Sommerfeeling in England ist eben etwas Besonderes! Den Sprung ins kalte Wasser haben wir dann aber erst recht gewagt: Die Haut kribbelte von der Kälte, aber es war ein großartiges Gefühl. Gebräunter aus England zurückkommen als man vorher war? Wir haben es geschafft :o)”

Five Bells

Désirée: “Nie wieder wird ein Kent-Besuch für mich ohne ein Besuch des Five Bells möglich sein. Das Five Bells in Brabourne ist für mich mehr als nur ein weiteres Pub. Allein die Anfahrt gleicht einem kleinen Abenteuer. Die Zufahrtsstraße wird in ihrem Verlauf immer enger und bewachsener. Nur ab und zu bricht der Blick durch die Hecken und streift über die Ebene Kents. Gegenverkehr ist auf dieser Straße kein leichtes Unterfangen. Im Zentrum Brabournes scheint sich alles um das Five Bells zu drehen. Das Five Bells ist mit allerhand absurden Schnickschnack eingerichtet und einfach nur absolut gemütlich – egal ob man draußen oder drinnen Platz nimmt. Es gibt einen Kamin und einen kleinen Laden. Natürlich kommt hier jedes Produkt aus der näheren Umgebung.

Die Küche ist dabei verglast und einsehbar. Das Essen wird originell angerichtet serviert und schmeckt hervorragend. Nicht zuletzt ist die Musikauswahl zu nennen, die diesem Ort das i-Tüpflechen an Wohlfühlcharakter verleiht. Einen Abend im Five Bells kann ich daher jedem nur wärmstens empfehlen!

White Cliffs Dover und Lighthouse

Désirée: “Unweit des Dover Castles führt ein Rundweg entlang der markanten weißen Felsklippen zum South Foreland Lighthouse. Dieser Spaziergang ist perfekt um seine Lungen mit ganz viel frischer Seeluft zu füllen und den Blick über die Meeresenge bis nach Frankreich schweifen zu lassen. Für den Rückweg stärken kann man sich im Puppenstuben Café Mrs Knott’s Tea-Room oder man folgt dem Wanderweg noch ein Stück weiter bis nach St. Margaret’s Bay und lässt sich dort am Strand (natürlich nur bei schönem Wetter) die Sonne auf den Bauch scheinen.”

Canterbury

Martina: “Auf der Suche nach Nachtleben in Kent? Hier ist Canterbury die richtige Adresse! Dank vieler Bars, Pubs und Studenten könnt Ihr hier durch die Straßen ziehen und die Nacht durchfeiern. Aber Canterbury ist natürlich nicht nur nachts ein place to be. Auch tagsüber kann sich die historische Stadt sehen lassen. Überlegt Ihr gerade, warum Euch der Name so bekannt vorkommt? Ich verknüpfe den Namen Canterbury immer mit dem Erzbischof von Canterbury. Vielleicht fällt sein richtiger Name nicht ein,, aber der Titel und seine Person spielen in der Geschichte und daher auch in zahlreichen Serien und Filmen (Robin Hood, The Tudors, …) eine wichtige Rolle.

Hier eine Auswahl an Sehenswürdigkeiten, die Ihr in Canterbury bei Eurem Roadtrip durch Kent gesehen haben müsst:

  • Kathedrale von Canterbury
  • St. Martin’s Church (ist ebenso wie die Kathedrale Weltkulturerbe)
  • Bergfried des ehemaligen Canterbury Castles
  • Roman Museum

Und vieles mehr!

Mit seinen 55.000 Einwohnern mag Canterbury zwar nicht die größte Stadt Englands sein, lädt aber zum Entdecken von alter Geschichte, Kultur und neuen Szenewelten ein.

PS: Der derzeitige Erzbischof von Canterbury heißt übrigens Justin Welby. Im letzten Monat wurde über ihn heiß diskutiert, da heraus kam, dass er das Kind einer unehelichen Liaison ist.”

London

Désirée: “Aller guter Dinge sind … 10. Wenn Ihr den Süden Englands bereist, dann landet Ihr wahrscheinlich sowieso an einem der Flughäfen Londons. Deswegen haben wir zum Schluss noch vier ganz persönliche London Tipps für Euch zusammengestellt:

  • Für schlechtes Wetter: Unbedingt ins Tate Modern gehen und Kunst-Klassiker endlich einmal live sehen! Der Eintritt ist gratis.
  • Ihr liebt Food-Märkte? Dann ist der Borough Market für Euch bestimmt genau das richtige. Außerdem befindet Ihr Euch hier an einer echten Harry Potter Kulisse.
  • Wer gerne außergewöhnlich shoppt, der sollte Camden Town einen Besuch abstatten. Vintage-Klamotten so weit das Auge (und der Geldbeutel) reicht sind hier das Motto.
  • Natürlich darf auch dieser London-Klassiker nicht fehlen: Was macht einen glücklicher, als im Hyde Park Squirrels zu füttern? Mich jedenfalls nicht sehr viel anderes ;-)”
Martina Mroz

Martina Mroz

Als Online-Redakteurin kann die ehemalige Germanistik- und Soziologie-Studentin Ihren Lieblingsbeschäftigungen – Schreiben, Kommunizieren und die Welt entdecken – mit Begeisterung nachgehen.
Martina Mroz

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