Mitfahrgelegenheit – die schlaue Alternative

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Reisen mit dem Auto bedeutet Ungebundenheit und Flexibilität auf dem Weg in den Urlaub. Die Route selbst bestimmen, den zeitlichen Rahmen selbst abstecken; das Gefühl von Freiheit ist ein angenehmer Begleiter auf dem Weg in den Urlaub per eigenem Auto.

 

Die Fahrt im eigenen PKW ist allerdings kostspielig. Die Spritpreise schnellen regelmäßig in die Höhe und auch sonst ist der Besitz eines Fahrzeuges mit finanziellem Aufwand verbunden. Da muss es doch auch wesentlich günstigere Alternativen geben, um von einer in die andere Stadt reisen zu können.

 

Mitfahrgelegenheit per Internet:

 

Oh ja, die gibt es! Jeder kennt sicherlich den obligatorischen Satz der Eltern: „Mein Kind, steig’ niemals ins Auto von Fremden!“ Dem gegenüber steht der Spruch: „Sag’ niemals nie!“ Besonders junge Menschen, Studenten oder Auszubildende, nehmen sich letzteren gerne zu Herzen. Das Fortkommen per Mitfahrgelegenheit erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

 

So funktioniert’s:

 

Bereits auf der Startseite von Portalen wie www.mitfahrzentrale.de oder www.mitfahrgelegenheit.de wird in die Suchbox der Abfahrtsort, der Zielort sowie das Abfahrtsdatum eingetragen. Dabei können auch Städte außerhalb Deutschlands und der Europäischen Union ausgewählt werden. Nur einen Klick weiter und es öffnet sich eine Liste mit Fahrangeboten. Sollte eine Fahrt ausgebucht sein, so ist dies schon in der Auflistung sichtbar. Unter den Angeboten werden nicht nur Autofahrten, sondern auch freie Plätze für Zugreisen per Gruppenticket angezeigt.

 

Ist das geeignete Angebot gefunden, kann der Fahrer oder die Fahrerin per Handynummer oder E-Mail kontaktiert werden. Oft bevorzugen Anbieter den telefonischen Kontakt und reagieren erst gar nicht auf eine Nachricht per E-Mail. Preise und sonstige Angaben zum Auto sind ebenfalls im Profil des Anbieters zu finden.

 

Das Gespräch dauert oftmals nur einige wenige Minuten. Es kann allerdings passieren, dass der Mitfahrer erst dann erfährt, dass alle Plätze schon belegt sind. Dann heißt es nur noch: Durchhalten und weitertelefonieren. Verbindlich sind solche Abmachungen nicht. Trotzdem sollte aus Höflichkeit vorher abgesagt werden, falls die Reise nicht angetreten werden kann.

 

Vorteile:

 

B plus
Der wohl allen anderen Vorteilen voranstehende Plus-Punkt ist mit Abstand der günstige Preis. Die inoffizielle goldene Regel lautet: 5 € auf 100 km. Damit ergibt sich eine preisliche Differenz zur Bahnfahrt von bis zu etwa 75%.

 

Ein weiterer Vorteil ist der Fakt, dass es sich bei der Mitfahrgelegenheit um eine Art „geplantes Trampen“ handelt. Im Gegensatz zum Trampen ist das Sicherheitsrisiko gering. Jeder Fahrer muss sich, bevor er sein Mitfahrangebot online stellt, auf der jeweiligen Seite registrieren. Auch die ungefähre Reisezeit lässt sich besser planen, da der Abfahrtszeitpunkt sowie die Dauer der Fahrt im Vorhinein geklärt werden können.

 

Aufgrund der Zahlungsvereinbarung besteht zwischen Fahrer und Mitfahrer ein Dienstleistungsverhältnis. Mit anderen Worten zahlt der Gast für die Mitfahrt und ist somit nicht verpflichtet dem Fahrer die Reisezeit mit Dauergesprächen so angenehm wie möglich zu machen. Sollte die Chemie nicht stimmen, so besteht auch die Möglichkeit sich mit Kopfhörern oder sonstigem anderweitig zu beschäftigen.

 

Die Reise kann allerdings auch so angenehm verlaufen, dass in der Folge Freundschaften oder sogar Liebschaften ganz gleich welcher Art daraus hervorgehen können.

 

Nachteile:

 

B minus
Stimmt die Chemie zwischen Fahrer oder den Mitfahrern nicht und Kopfhörer sind just in diesem Moment nicht griffbereit, dann heißt es nur noch: Augen zu und durch. Sich über einen längeren Zeitraum anzuschweigen kann unangenehm sein, aber auch das ist irgendwann vorbei. Wer sich generell in Gesellschaft fremder Menschen unwohl fühlt – sozusagen fremdelt –, für den ist von der Mitfahrgelegenheit als Reisevariante abzuraten. Außer er verfolgt das Ziel, seine sozialen Kompetenzen auszubauen.

 

Auch wenn sich alle Fahrer auf einschlägigen Internetportalen registrieren müssen, besteht nach wie vor ein gewisses Restrisiko bezüglich körperlicher oder sexueller Übergriffe. Um auf solche Fälle besser vorbereitet zu sein, ist es wichtig sich vor der Reise den Fahrzeugtyp mit samt der Kennnummer zu notieren und dies im Ernstfall per SMS an Freunde und Verwandte zu senden.

 

Die Idee des Mitfahrens ist bereits Jahrzehnte alt, doch erst jetzt im Zeitalter steigender Mobilität und erhöhter Erreichbarkeit hat sich diese Reisevariante zu einem festen Bestandteil im Bereich des Personenverkehrs entwickelt. Dieses Phänomen beschränkt sich nicht nur auf Deutschland, sondern hat z.B. bereits mit www.carpooling.com europäische Dimensionen angenommen. Menschen möchten zu jeder Zeit überall hin. Dieses Bedürfnis lässt sich eben nur mit einem geringen finanziellen Aufwand stillen.

Christoph Wunderlich

Christoph Wunderlich

Christoph Wunderlich hat Romanistik in Leipzig studiert. Er arbeitet seit 3 Jahren als Online-Redakteur in München.
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