Aggression auf deutschen Straßen

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Jeder der Auto fährt, weiß Bescheid: Auf den Straßen geht es nicht immer freundlich zu. Wie schaut das Verkehrsverhalten deutscher Autofahrer wirklich aus? Und: 7 Tipps, wie man trotz Gedrängel cool bleibt.

Sag mal, bist du aggro?

Eine typische Alltagssituation: Stockender Verkehr, ein drängelnder Autofahrer hinten, eine am Telefon hängende unberechenbar bremsende Frau vor einem. Dazu noch ein Golf, der permanent über alle drei Spuren wechselt und gerade das achte Auto bei seinen Überholversuchen ausgebremst hat. Endlich von der Autobahn runtergekommen, steht man an der Ampel hinter einer alten Frau, die zum dritten Mal das Auto abwürgt und bereits eine lange Schlange hinter sich hat. Wenn man endlich über die Ampel fahren könnte, übersieht man beinahe einen Harakiri Fahrradfahrer, der bei Rot über die Fußgänger Ampel braust und wild schimpfend von dannen fährt, ohne nur für einen Moment daran zu denken, im Unrecht gewesen zu sein.

Bringen Euch diese Situationen zur Weißglut? Laut einer neuen Studie wächst das Aggressionspotenzial auf Deutschlands Straßen stetig. Unfallforschung der Versicherer (UDV) zufolge, geben rund 44% aller männlichen Autofahrer und 39% aller weiblichen Autofahrerinnen an “mindestens manchmal” im normalen Straßenverkehr aggressiv zu werden.

Tief durchatmen und nicht ärgern lassen!

Über die Hälfte der Autofahrer in Deutschland sind laut dieser Studie während der Autofahrt gestresst und nervös. Drängeln, hupen und rasen: Alles Begleiterscheinungen vom zunehmenden Zeitdruck der Deutschen, die auf den verstopften Autobahnen immer egoistischer werden. Frauen sind zwar geduldiger als Männer, jedoch gibt es auch hier immer mehr Aggressionsbekundungen. Jede dritte Frau gibt an, bei Dränglern auch mal etwas härter auf die Bremse zu steigen.

Muss negatives Verhalten im Straßenverkehr wirklich sein?

Aber ist es wirklich notwendig bummelnde Autofahrer so lange zu bedrängen und einen Unfall zu riskieren, nur um wenige Minuten früher anzukommen? Muss an Ampeln gleich ein Hupkonzert veranstaltet werden, wenn jemand mal aus Versehen sein Auto abgewürgt hat? Und es ist es wirklich so schwer, das Prinzip eines Reißverschluss-Verfahrens zu verstehen und auch Autos einfädeln zu lassen?

Was spricht dagegen, sich auch einmal bei jemanden zu bedanken? Sind denn wirklich alle Etiketten vergessen, sobald man sich hinter das Steuer setzt? Wie kann es sein, dass sich viele von uns in Straßen-Rowdys verwandeln und sich pöbelnd aus dem Fenster lehnen?

Schon am Jahresanfang hat die Polizei Alarm geschlagen, die Zahl der Verkehrsopfer steigt seit kurzem wieder stetig an. Hauptunfallursachen sind Rasen, Drängeln und Ablenkungen, meistens durch den Gebrauch von Handys während des Fahrens. Kaum verwunderlich ist es da, dass es längst Online-Portale, wie fahrerbewertung.de gibt, auf denen sich Autofahrer gegenseitig mit samt Auto-Kennzeichen anschwärzen können.

What to do? 7 Tipps für eine ruhigere Fahrweise

Ihr habt keine Lust mehr gestresst und verärgert in die Arbeit zu kommen? Wir haben einige Tipps für Euch:

1. Legt das Handy zum Autofahren auf die Seite. Ist es wirklich notwendig während der Fahrt seine E-Mails zu checken? Oder Pokémon Go zu spielen? Forscher der “Proceedings” der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften fanden heraus, dass Autofahrer fast 6% der Fahrzeit am Handy oder mit der Suche nach dem Mobiltelefon verbringen. Je weniger Aufgaben nebeneinander verrichtet werden, desto weniger gestresst sind wir. Multitasking belastet Konzentration und Nerven. Vermeidet unnötigen Stress. Das gilt auch für Essen und Trinken während der Fahrt oder besonders bei Autofahrerin für das Schminken im Rückspiegel!

So solltet Ihr definitiv nicht am Steuer sitzen! Als erfahrener Fahrer lieber mit Bluetooth und einem Headset telefonieren.

2. Plant mehr Zeit ein. Der Verkehr auf deutschen Straßen nimmt stetig zu. Besonders während der Stoßzeiten kann es eng werden.

3. Der Ton macht die Musik! Dass Musik einen Einfluss auf unser Gefühlsleben hat, ist mittlerweile schon bekannt. Die Frankfurter Rundschau empfiehlt Autofahrern deshalb während der Fahrt Jazz zu hören. Unser Tipp: Hört Musik, die Euch entspannt und in einen positiven Gefühlszustand versetzt. Auch die Redaktion von automobil-blog.de kann Musik als Stressbewältigungsmechanismus beim Auto fahren nur wärmstens empfehlen. Aber denkt daran: Hört die Musik nicht zu laut und lasst Euch davon nicht ablenken!

4. Alles eine Kopfsache: Ihr denkt, Ihr seid gute Autofahrer? Schon in der Fahrschule lernen wir das vorausschauende Fahren. Außerdem: Immer lieber davon ausgehen, dass andere weniger gut oder unvorsichtig fahren. Ärgert Euch nicht über andere und steigert Euch nicht in Kleinigkeiten hinein.

5. Sagt bzw. gestikuliert “Danke!” Vielleicht gibt es ja doch so etwas wie Karma.

6. Versetzt Euch in die Lage der Anderen. Wir waren alle mal Fahranfänger, Fremde in einer neuen Stadt, leicht abgelenkt oder auch einfach müde. Fehler passieren. Versucht ein bisschen Empathie aufzubringen.

7. Lieber auf Nummer sicher fahren: Letztes Jahr gab es in Deutschland mehr als 3.500 Verkehrstote und über 300.000 Verletzte. Alle dieser Opfer hatten Familie sowie Freunde und werden schmerzlich vermisst. Geht keine unnötigen Risiken ein.

 

Wir müssen der Wandel sein, den wir in der Welt zu sehen wünschen.” Mahatma Gandhi

Lisa Wiechert

Lisa Wiechert

Reiselustige Bloggerin. Immer bereit für die nächste Entdeckungstour.
Lisa Wiechert

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