Wie viel Trinkgeld gibt man?

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Unser Guide für Trinkgeld-Regeln weltweit

Im Leben verschlägt es einen mit etwas Glück an viele verschiedene Orte. Von Fernweh und Sonnenscheinsuche getrieben, planen viele von uns ihren Urlaub weitab von der Heimat. Andere sehen auf Geschäftsreisen viel von der Welt. Doch eine Frage stellt sich früher oder später sowohl der Urlauber als auch der Geschäftsreisende: Wie viel Trinkgeld gibt man?

Sei es nun in einem Hotel für den Zimmerservice, die Kofferträger oder im Restaurant: Die Trinkgeld Regeln variieren von Land zu Land. Auf keinen Fall sollte die Macht des Trinkgeldes unterschätzt werden! Es gilt: Andere Länder, andere Sitten – manchmal kann die milde Gabe auch als Beleidigung aufgefasst werden. Damit Ihr in kein Trinkgeld-Fettnäpfchen tretet, geben wir Euch Antworten auf die Frage „Wie viel Trinkgeld gibt man wo?“

Deutschland und Österreich

Fangen wir einfach mit Deutschland und unserem Nachbarn Österreich an. In der Regel gilt: 5-10 % sind angemessen. Je höher der zu zahlende Betrag (ein paar hundert Euro) im Restaurant ist, desto eher reicht es 5-7% Trinkgeld zu geben. Zimmermädchen kriegen i.d.R. 1-2 Euro pro Tag, Kofferträger 1 Euro pro Gepäckstück. Wonach Ihr Euch richten könnt: Gebt anerkennend Trinkgeld, wenn alles okay war und Ihr mit dem Service zufrieden wart. Sollte es einmal nicht gut gewesen sein, ist es für das Restaurant oder Hotel hilfreich, wenn Ihr konstruktive Kritik abgeben könnt. Es hilft niemandem, wenn nur verärgert Dampf abgelassen wird.

Aber: Es gibt auch viele Länder, in denen die Angestellten auf Trinkgeld stärker angewiesen sind als in Westeuropa. Welche das sind, verraten wir Euch natürlich.

Großbritannien und Irland:

In Irland sind bis zu 10% und in Großbritannien zwischen 10 und 15 Prozent „Tip“ verbreitet. Wenn auf Eurer Rechnung oder der Karte ein Vermerk mit „Service Charge“ zu finden ist, könnt Ihr auch weniger geben. “Service Charge” bedeutet, dass etwas vom Preis an die Bedienungen abgegeben wird. Diesen Begriff könnt Ihr auch in anderen Ländern auf Karten und Quittungen finden. Im Hotel seid Ihr ein gern gesehener Gast, wenn Ihr für das Zimmermädchen durchschnittlich 1 Pfund pro Nacht da lasst.

Frankreich:

10-15% „pourboire“ sind in Cafés und Restaurants gängig. Das wird beim Verlassen des Lokals einfach auf dem Tisch liegen gelassen. Wer direkt beim Zahlen aufrunden oder tippen möchten, dem begegnen womöglich verwirrte Blicke. Im Hotel ist Trinkgeld eher unüblich, jedoch auch gern gesehen.

Italien und Spanien:

Der Obolus in Restaurants beträgt hier circa 10 Prozent. In Italien wird oftmals auch ein „coperto“ erhoben: Das ist eine Gebühr für das Gedeck und meist dazugestellte Brot. Finden sich das „coperto“ auf Ihrer Rechnung, kann das Trinkgeld auch etwas niedriger sein. In Spanien heißt Trinkgeld übrigens „propina“. Etwas höher als in Deutschland und Großbritannien liegt hier die Empfehlung für das Hotel: 5 Euronen pro Nacht sollen es sein. Die Servicekräfte freuen sich jedoch sicher auch über 1-2 Euro täglich.

Griechenland:

Auch hier sind im Restaurant 10 Prozent gern gesehen. Üblich ist es, den Zimmermädchen am Abreisetag den Obolus persönlich zu übergeben. 50 Cent bis 1 Euro pro Tag zusammengerechnet sind ein guter Richtwert.

Türkei:

In der Türkei spricht man nicht von Trinkgeld, sondern von „bakschisch“, was übersetzt „Geschenk“ oder „Gabe“ bedeutet. In Restaurants und Bars sind wieder 10% ein ausreichender Betrag. Der Zimmerservice ist ebenfalls mit einem Euro pro Tag gut bedient.

Asien:

Wie viel Trinkgeld gibt man in Asien? Gar keins! Nein, das stimmt so natürlich auch nicht immer. Jedoch ist Trinkgeld geben in vielen asiatischen Ländern extrem unüblich. In Japan ist den Landsleute herausragender Service sehr wichtig und sollte nicht extra getippt werden. Dies gilt eher als Beleidigung und nicht als Lob. Zuvorkommendes und höfliches Verhalten ist ihnen meist wichtiger. Mit einem Lächeln auf den Lippen macht Ihr hier also gar nichts falsch. Dasselbe gilt auch für China, Singapur und Vietnam. An den Westen angepasst haben sich bereits Thailand und Malaysia. Hier sind mittlerweile 10% im Restaurant gang und gäbe.

Amerika und Kanada:

Wichtig: Sowohl in Amerika als auch Kanada ist das Trinkgeld Teil des Lohns! Daher sind 15-20% üblich. In den meisten Fällen wird der Kunde daher wirklich stets wie ein König behandelt. Es kommt auch vor, dass auf der Rechnung eine Empfehlung zu finden ist, wie viel Trinkgeld angebracht ist.

Keine Regel ohne Ausnahme: In Restaurants, wo vermehrt schlechte Erfahrungen mit europäischen Gästen und ihren Trinkgeldern gemacht wurde, gibt es den Vermerk „tip is included“. Hier ist das Trinkgeld bereits abgerechnet und wird auch so abkassiert. In den meisten Fällen werden aber auf der Quittung weder Steuern noch Trinkgeld aufgeführt. Für den Zimmerservice im Hotel reichen 1-2 Dollar pro Nacht, die auf das Kopfkissen gelegt werden.

Südamerika:

Wenn der „servico“ oder die „propina (spanisch) bzw. gorjeta (portugiesisch)“ nicht in der Rechnung enthalten sind, solltet Ihr üblicherweise 10% propina/gorjeta geben. Reiseführer, Busfahrer und Zimmerservice freuen sich auch über eine tägliche Gabe von einem 1 oder 2 USD.

Skandinavien:

Nicht nur in Asien ist die Frage „Wie viel Trinkgeld gibt man?“ unnötig. In Dänemark, Norwegen und Finnland ist Trinkgeld geben nicht gang und gäbe. Anders sieht es aber in Schweden aus: Hier sind 10% üblich.

Russland:

Zu guter Letzt: Russland. In Restaurants wird das Trinkgeld nicht unbedingt erwartet. Denn zu Sowjetzeiten gab es überhaupt kein Trinkgeld. Heutzutage sind auch in Russland zwischen 5- 10% gern gesehen. Etwas noblere Etablissements erheben von sich aus eine Gebühr, die zwischen 5 und 15 Prozent liegt.

Hinweis: Wie viel Trinkgeld gibt man in Taxis? Hier gilt weltweit dieselbe Regel: Es wird aufgerundet.

Kleiner Tipp: Nur Bares ist Wahres! Wenn Ihr mit Kreditkarte zahlen müsst, empfiehlt es sich, das Trinkgeld lieber bar zu geben. In einigen Lokalen kommt sonst das Trinkgeld nie beim Kellner an.

Lasst Euch von den „Regeln“ auf keinen Fall einschränken, gerade wenn Ihr sehr zufrieden wart: Mit höherem Trinkgeld versüßt Ihr jedem Dienstleister den Tag. Natürlich aber nur in den Ländern, wo Trinkgeld geben angebracht ist 🙂

Martina Mroz

Martina Mroz

Als Online-Redakteurin kann die ehemalige Germanistik- und Soziologie-Studentin Ihren Lieblingsbeschäftigungen – Schreiben, Kommunizieren und die Welt entdecken – mit Begeisterung nachgehen.
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