Anschlag in Paris

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Am 13.11.2015, einen Tag nach den Anschlägen von Beirut (Libanon), wurde auch Paris von mehreren Terroranschlägen ereilt. Warum gerade dort? Was bedeutet das Ereignis für Paris-Touristen? Antworten darauf finden Sie in diesem aktuellen Beitrag.

Anschlag in Paris: Was genau ist passiert?

Am Freitag den 13.11.2015 ereignete sich eine Serie von Terror-Anschlägen in Paris. Fast zeitgleich verübten Attentäter Anschläge an sechs belebten Orten der französischen Hauptstadt. Dabei sind bisher mindestens 129 Menschen ums Leben gekommen. Die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat (IS)“ hat sich öffentlich zu den Anschlägen bekannt.

Chronologie der Ereignisse vom 13.11.2015

Um 21:20 Uhr ereignet sich der erste Selbstmord-Anschlag vor dem Stade de France. Gegen 21:25 Uhr eröffnen Angreifer nahe des Kanals Saint-Martin das Feuer auf umliegende Cafés. 21:30 Uhr sprengt sich erneut ein Attentäter vor dem Stade de France in die Luft. Um 21:32 Uhr gerät die  Bar „Bonne Biere“ Nähe Saint-Martin unter Beschuss. Weiter südlich eröffnen Attentäter das Feuer auf die Bar „La Belle Equipe“. 21:40 Uhr sprengt sich der dritte Attentäter im Café „Le Comptoir Voltaire“ Nähe Boulevard Voltaire in die Luft. Zeitgleich stürmen Angreifer den Konzertsaal „Bataclan“, eröffnen das Feuer und nehmen die Besucher als Geiseln.  21:53 Uhr ereignet sich die dritte Explosion eines Selbstmordattentäters in der Nähe des Stade de France. Nach der Krisensitzung im Innenministerium und der öffentlichen Ansprache von Hollande stürmt die Polizei gegen 00:22 Uhr das „Bataclan“. Zwei der Attentäter zünden ihre Sprengstoffgürtel.

Anschlag auf Charlie Hebdo am 07.01.2015

Bereits Anfang des Jahres ereignete sich in Paris ein islamistisch motivierter Terror-Anschlag auf die Redaktion der französischen Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo. Die Täter bekannten sich zur Al-Qaida im Jemen. 11 Personen kamen dabei ums Leben. Eine weitere starb auf der Flucht vor der französischen Polizei.

Warum in Paris?

Warum wurde gerade Paris zum Anschlagsziel islamistischer Terroristen? Die Gründe sind komplex und erfordern eine intensive Auseinandersetzung mit Frankreich und seinen internationalen Beziehungen, um sie voll und ganz zu verstehen. Deshalb beschränken wir uns auf Denkansätze und bemühen uns um eine wertfreie Einschätzung.

Provokation durch Charlie Hebdo: Die französische Satire-Zeitschrift ist bekannt für ihre zum Teil grenzüberschreitenden Publikationen. In den Jahren 2012 und 2013 machte die Zeitschrift mit Mohammed-Karikaturen auf sich aufmerksam. Dies heizte die Stimmung in den muslimischen Ländern spürbar auf.

Frankreich ist der älteste Verbündete der USA. Seit September 2014 unterstützt Frankreich außerdem mit Luftangriffen die USA beim Kampf gegen den IS im Irak. Der Einsatz hat sich ab September 2015 auf Syrien ausgedehnt. Das Land trug dort bis vor den Anschlägen mit Aufklärungsflügen zum Kampf bei.

Paris ist Inbegriff für die christlich geprägte Welt. Der IS lehnt alles ab, was nicht seinen totalitären Wertestrukturen entspricht. Die gesamte westliche Welt ist christlich geprägt, von humanistischen und demokratischen Ideen geformt – ein Feindbild par excellence für den IS. In der nationalen Psyche des zentralistischen Staates tief verankert, ist Paris das Herzstück des Landes. Wer Paris also angreift, schwächt moralisch und wirtschaftlich das gesamte Land.

Der Angriff richtet sich gegen das gesamte westliche Wertesystem. Frankreich hat die Geschichte maßgeblich geprägt. Die Französische Revolution, Kolonialismus (mitunter auf islamischen Boden), Code Civile und der Vorstoß in der europäischen Integrationsgeschichte haben Europa zu dem gemacht, was es heute ist. Paris ist für viele Nicht-Europäer Synonym für den alten Kontinent – erhaben, glanzvoll und mächtig.

Paris ist neben London die beliebteste und meistbesuchte Stadt des Kontinents und somit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Eine Bombe, welche dort detoniert, hallt also bis in den letzten Winkel der Erde.

Frankreich ist innenpolitisch sehr fragil. Keine noch so große Rakete täuscht darüber hinweg, dass das Land gesellschaftlich gespalten ist. Die brennenden Pariser Vororte im Jahre 2005 sorgten erstmals für internationale Aufmerksamkeit. Innerhalb von drei Jahrzehnten haben sich viele französische Vorstädte zu Problembezirken entwickelt. Die sogenannten Banlieues sorgten vermehrt für soziale Konflikte und eine offene Ausgrenzung aus der französischen Gesellschaft. Soziale Ungerechtigkeit erfahren vor allem Franzosen mit muslimischem Hintergrund. Eine steigende Akzeptanz der rechtsradikalen Front National auf der anderen Seite festigt Zukunftsängste. Der Weg in die Radikalisierung ist geebnet. Eine Schwächung des Landes auf dieser Ebene trifft das Land an seiner Wurzel. Die Stimmen gegen den Islam könnten in der Folge lauter werden.

Welche Folgen hat die Pariser Anschlagsserie für Touristen?

In die französische Hauptstadt reisen jährlich etwa 16 Millionen ausländische Gäste. Der Tourismus könnte nach den Anschlägen in Paris nach Schätzungen vieler Wirtschaftsvertreter Einbußen erleiden. Wird die Stadt in Zukunft gemieden, hat dies ernsthafte wirtschaftliche Folgen für das Land und die europäische Konjunktur.

Panik ist kein Garant für Sicherheit. Wer seine Reise nach Paris in den kommenden Wochen geplant hat, sollte diese auch antreten. Wir haben mit einer neuen Form des Krieges zu tun. In Zeiten von Terror-Anschlägen ist nirgends Sicherheit garantiert. Aus Angst die Reise nicht antreten zu wollen, spielt dem IS vielmehr in die Karten – nämlich die Schwächung eines Landes.

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen: Das Stadtbild wird sich wahrscheinlich zu Gunsten der Sicherheit verändern. Der verstärkte Einsatz von Polizei-Kräften an weltbekannten Wahrzeichen ist vorstellbar. Auch die Einreisebestimmungen – vergleichbar mit denen nach dem 11. September – könnten sich z.B. an Flughäfen verschärfen.

Wichtige Informationen für Airparks-Kunden

Aufgrund der Anschläge in Paris geben wir für unsere Airparks-Kunden folgende Reise-Information bekannt.

Kostenfreie Stornierung oder Umbuchung für Abreisen bis 22. November

Wir helfen Ihnen gerne weiter, wenn Sie aufgrund der Ereignisse in Paris Ihre Flugreise dorthin nicht antreten können. Ihr Flughafen-Hotel oder den Parkplatz können Sie in diesem Zusammenhang stornieren oder umbuchen.

Bis einschliesslich 22. November ist eine kostenfreie Stornierung für Abreisen nach Paris möglich. Danach gelten unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen. Weitere Informationen erhalten Sie unter info@airparks.de. Wir stehen Ihnen gerne von Montag bis Samstag zwischen 08:30 Uhr und 20:00 Uhr zur Verfügung.

Titel-Bild: Titel: Je suis Paris, Quelle: Marc Oliver John auf flickr.com

Christoph Wunderlich

Christoph Wunderlich

Christoph Wunderlich hat Romanistik in Leipzig studiert. Er arbeitet seit 3 Jahren als Online-Redakteur in München.
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